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Caracas
und die Zentralregion
Die Zentralregion von Venezuela umfaßt Caracas, die Hauptstadt
des Landes, und die umliegenden Staaten Carabobo, Aragua
und Miranda.
| Geschichte
von Caracas |
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Obwohl es heute Mittelpunkt von Aktivität und Industrie
ist, hatte Caracas eine wenig ruhmreiche und turbulente
Geschichte. Die Stadt wurde 1567 als Santiago de León de
Caracas gegründet und 10 Jahre später Venezuelas dritte
und letzte Hauptstadt. Befallen von Piratenangriffen, Erdbeben
und Seuchen während eines Großteils der Kolonialzeit, wuchs
die Stadt nur langsam und ohne historischem Interesse. Erst
im 18. Jahrhundert zeigte Caracas die ersten Anzeichen von
wirtschaftlichem und kulturellem Fortschritt, hauptsächlich
durch die Gründung der ersten Universität des Landes und
die Entwicklung von Handel und Wirtschaft. Trotzdem blieb
das Wachstum klein, und die Stadt wurde nicht bedeutend
modernernisiert - bis zum Regime von Guzmán Blanco ca. 150
Jahre später. In der Guzmán Ära (1870-1888) wurden einige
der ältesten Bauwerke und Denkmäler der Stadt errichtet,
unter anderem das Kapitol, die Santa Teresa Kirche und das
Municipal Theater, die für diese Periode von einzigartiger
Herrlichkeit waren. Dafür wurde Guzmán als El Modernizador
bekannt.
Letztendlich war es der Ölboom in den 1920ern und 30ern,
der Caracas zum Leben erweckte. Plötzlich gedeihend kam
die Stadt unters Messer. Die verbliebene Kolonialarchitektur
wurde niedergerissen und Stahl-, Beton- und Glasblöcke wuchsen
an ihrer Stelle. 1936 lebten kaum über 200,000 Menschen
in der Stadt, 1971 sorgte die Nachkriegseinwanderung für
ein Überschreiten der 2 Millionen-Marke. Der Ölwohlstand
erreichte nur wenige Leute und die meisten der Zuwanderer
fanden sich bald in den ewig wachsenden Barackensiedlungen
in den Vorstädten wieder.
Heute ist Caracas ein sich ausbreitender städtischer Dschungel
mit 5 Millionen Einwohnern (ein Viertel der Bevölkerung
des Landes), wo eindrucksvolle zeitliche Architektur im
starken Kontrast steht zu den armen barrios der Vorstädte,
die sich an den Talhängen ausbreiten. Caracas breitet sich
auf über 20km des Guaira Talbodens aus und ist bei weitem
die modernste Hauptstadt des Kontinents und der Brennpunkt
von Venezuelas Handel und Industrie. Der 360km² große, Distrito
Federal in dem sich die Caraqueños drängen, gleicht einem
Bienestock mit einem Reichtum an Einkaufszentren, Hotels,
Restaurants, Cafes, Bars, Nachtclubs, Handelsplätzen, Kinos,
Theater und Museen.
Es gibt drei für Besucher besonders interessante Gebiete:
Plaza Bolívar, der Parque Central und die Sabana Grande.
Rund um die Plaza Bolívar findet man historische Denkmäler
wie die Kathedrale, Simon Bolívars Geburtsstätte und einige
von Guzmán Blanco in Auftrag gegebene Gebäude. Der Parque
Central bietet futuristische Architektur, Theater, Museen
und Kunstgalerien, und der Bezirk Sabana Grande ist bekannt
für seine Geschäfte, Bars und Restaurants. Caracas hat einige
städtische Parks, botanische Gärten und Zoos, die eine angenehme
Abwechslung vom Verkehr und den Massen der Stadt bieten.
Um der Stadt wirklich zu entkommen, können Besucher den
Nationalpark El Avila besuchen, dessen prächtige, grüne
Berge die Stadt überragen.
Fortbewegung in und um Caracas ist kein Problem. Taxis,
Busse und por puestos findet man überall. Es gibt auch genügend
Mietwagenbüros, vor allem in großen Hotels. Ein ausgedehntes
Autobahnnetz durchkreuzt den Talboden und ein modernes,
effizientes U-Bahnsystem durchquert das Herz der Stadt.
Caracas bietet auch Bus- und Flugverbindungen in fast jeden
Winkel des Landes. Der internationale Flughafen, Simon Bolívar,
und der nationale Flughafen, Maiquetia, befinden sich beide
in der Küstenstadt La Guaira, 28km von der Stadt entfernt.
Shuttlebusse verkehren regelmässig zwischen den Flughäfen
und Caracas.
Viele Reisebüros sind über die Stadt verstreut und bieten
Trips überall hin in Venezuela. Die Durchschnittstemperatur
liegt bei 22°C mit Spitzen von 32°C im Juli und August und
"Eiszeiten" mit 9°C im Januar und Februar. Auf einer Höhe
von 960m ist das Klima mild und angenehm, die Nächte sind
verhältnismäßig kühl. Die Regenzeit dauert von Juni bis
Oktober, die Trockenzeit von November bis Mai.
Die karibische Küste nördlich von Caracas ist auch als
Litoral Central bekannt. Das Litoral beeinhaltet die kleinen
Städte Maiquetia, La Guaira, Macuto und Caraballeda und
ist eine gut entwickelte Region mit über einer halben Million
Einwohnern. Es gibt einige interessante Sehenswürdigkeiten,
wie die kolonialen Teile von La Guaira und die Marine in
Caraballeda. Einige der kleinen Städte - durch Küstenstraßen
verbunden - sind Urlaubsresorts und dienen als gute Alternative
zu Caracas, besonders am Weg zu oder vom Flughafen. Die
Küste ist sehr felsig und nicht unbedingt zum Schwimmen
geeignet, aber einige Resorts haben abgesperrte Bereiche
im Wasser für Schwimmer, als balnearios bekannt. Der Litoral
ist leicht mit dem Bus oder Taxi von Caracas oder vom Flughafen
aus erreichbar. Die Küstenstraße reicht bis Los Caracas
und wird dann zu einer Staubstraße, die noch weiter zu einigen
Fischerdörfern und schönen Sandstränden führt. Unterkünfte
sind hier schwer zu finden, aber es gibt Tagesausflüge von
anderen Städten aus.
Colonial Tovar wurde von deutschen Siedlern 1843 gegründet
und war jahrelang von der Außenwelt isoliert. Spanisch wurde
dort erst in den 1940ern zur Amtssprache und die erste Straßenverbindung
gab es erst in den 1960ern. Am Fuß der Küstenberge liegend
ist Colonial Tovar bekannt für seine Straßenmärkte am Wochenende.
Auf einer Höhe von 1800m herrscht in der Stadt ein kühles
Klima. Sie kann leicht von der Küste aus erreicht werden
und bietet eine Vielzahl von Hotels und Restaurants, die
auf die deutsche Küche spezialisiert sind. Wanderungen in
die umliegenden Berge sind sehr beliebt. Die Stadt hat viel
von ihrer ursprünglichen Architektur beibehalten.
Maracay ist die Hauptstadt des Staates Aragua und hat 538,000
Einwohner. Die Stadt wurde nach ihrer Gründung 1701 bald
ein landwirtschaftliches Zentrum, dehnte sich aber bis zur
Ankunft von Juan Vincente Gómez in diesem Jahrhundert kaum
aus. Die Gómez Ära war die Zeit der Modernisierung von Maracay.
Viele neue Gebäude wurden errichtet, darunter das Opernhaus,
das Mausoleum und die größte Plaza Bolivar im Land. Die
Stadt erlebt sehr viel Fortschritt im letzten Jahrhundert
und ist heute ein wichtiges industrielles, militärisches
und landwirtschaftliches Zentrum. Wenige koloniale Bauwerke
blieben erhalten, aber es gibt einige Sehenswürdigkeiten
und Museen rundherum. Die Stadt ist auch der Haupteingang
in den Henri Pittier Nationalpark. Maracay hat eine Durchschnittstemperatur
von 25°C und die Regenzeit dauert von April bis Oktober.
Die Stadt kann leicht von Caracas und Valencia aus erreicht
werden.
An der Nordküste liegen sehr viele schöne Strände. Etwas
außerhalb des Nationalparks Henri Pittier liegen die beliebten
Strände Cata, Cuyagua, Choroní und Puerto Colombia, alle
mit feinem, weißen Sand und üppiger Vegetation. Unterkünfte
sind vorhanden, und man kann Boote zu den nahegelegenen
Stränden Copo, Oricao und Aroa mieten, die auf dem Landweg
nicht erreichbar sind. Im Westen des Bundesstaates Carabobo
liegt der ausgedehnte weiße Sandstrand Patanemo, wo es auch
Campingmöglichkeiten gibt.
Valencia wurde 1555 gegründet und heute ist die Hauptstadt
von Carabobo die drittgrößte Stadt in Venezuela. Die ersten
drei Jahrhunderte ihrer Geschichte sind von Kriegen und
Gewalt gezeichnet. Die Stadt wurde immer wieder von Piraten,
Indianern und Abenteurern geplündert und niedergebrannt,
oft geplagt von den Pocken und vom Erdbeben 1812 komplett
zerstört. Der Unabhängigkeitskrieg folgte und Valencia wurde
vom royalistischen Führer José Tomás Boves besetzt, der
die Stadt wieder geplündert und die Bevölkerung abgeschlachtet
hat. Zahlreiche Schlachten wurden in der Region gekämpft,
bis letztendlich bei der Schlacht von Carabobo am 24. Juni
1821 der Sieg von Bolívars Armee das Ende von drei Jahrhunderten
spanischer Herrschaft bedeutete. Heute ist Valencia ein
bedeutendes landwirtschaftliches und industrielles Zentrum
und hat verschiedene historische Bauwerke und Parks. Es
gibt auch einige Attraktionen rund um die Stadt, wie geführte
Touren zum Campo Carabobo Schlachtfeld, die heißen Quellen
von Las Trincheras (die heißesten ihrer Art weltweit) und
eine eindrucksvolle Sammlung von Petroglyphen im Nationalpark
Piedras Pintadas und den einzigen Geoglyphen im Land: ein
gigantischer Felsen, der sich auf der Bergseite der Hacienda
Cariaprima erhebt. Valencia ist eine gute Basis, um diese
Orte zu besuchen, es gibt genügend Unterkünfte. Ein Busbahnhof
und ein nationaler Flughafen bietet Verbindungen zu allen
großen Städten.
| Arístides
Rojas Natural Monument (Nationaldenkmal) |
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5 km nördlich der Stadt San Juán de los Morros liegt das
Naturdenkmal Arístides Rojas. Diese geologische Rarität
besteht aus morros, roten Felsengebirgen, die während der
Entstehungszeit der Küstengebirge aus Korallenriffen hervorgingen.
Der höchste morro erreicht eine Höhe von 1060m. Das Naturdenkmal
ist ein beliebtes Ziel für Bergsteiger und kann über die
Straße von San Juan de los Morros nach Caracas erreicht
werden. Der Ort ist bekannt als La Puerta de Los Llanos,
das Tor zu den Llanos.
| National
Parks in der Zentral Region |
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Der Nationalpark El Ávila bedeckt 85,192ha Küste und Berge
zwischen Caracas und der Karibik. Von der Küste weg ansteigend
erreichen die Berge Höhen von 2,765m (Pico Naiaguatá) und
2,640m (Pico Silla de Caracas). Während die südlichen Hänge,
die die Stadt überblicken, größtenteils unbewohnt sind,
sind die meerseitigen Hänge von Siedlungen gespickt. Der
Park bietet Schutz für eine Vielzahl von Tieren, darunter
sind der Jaguar, der Puma, der Ozelot, Hirsche, Wildmeerschweinchen,
das Gürteltier, Opossum, der Brüllaffe, das Faultier und
verschiedene Schlangenarten. Die Vogelwelt ist genauso vielfältig
und beinhaltet viele Arten von Tukanen, Papageien, den Kuckuck,
Nachtfalken und Kolibris.
Besucher brauchen eine Erlaubnis (erhältlich bei INPARQUES),
um den Park betreten zu dürfen. Der Park hat eigene Campingplätze
und ein Hotel. Über 200km Wanderwege bieten Besuchern exzellente
Strecken und den Park zu erforschen, vorbei an schönen Wasserfällen
hin zu Aussichtspunkten mit traumhaftem Blick. Auch Allradfahrzeuge
können gemietet werden, um die einspurige Straße, die den
Park durchquert, befahren zu können. Der Park ist von Caracas
und La Guaira erreichbar.
Der schweizer Biologe Henri Pittier war der erste, der
die ökologischen Probleme Venezuelas und die Notwendigkeit,
die Ökosysteme zu schützen, aufgezeigt hat. Dank seinen
Leistungen entstand ein Nationalparksystem. 1937 wurde die
Gebirgsregion entlang der Nordküste Venezuelas erster Nationalpark.
Ursprünglich Rancho Grande benannt, wurde er 1953 in la
Parque Nacional Herni Pittier umgetauft. Der Park bedeckt
eine Fläche von 107,800ha und erstreckt sich südlich der
Karibikküste in die Berge bis fast nach Maracay. Seine dramatische
Topografie ist charakterisiert von steilen Hängen, die mit
Laubwäldern und tropischen Wäldern bedeckt sind.
Die Flora des Parks ist üppig, und Baumfarne, Bromelien
und verschiedene Arten von Zierpflanzen, besonders die seltene
und vom Aussterben bedrohte Gunnera pittierana blühen das
ganze Jahr über. Die Tierwelt ist genauso vielfältig und
im Park leben Pumas, Ozelote, Otter, Hirsche, Tapire, Kinkajous,
Coatis, Stachelschweine, einige Schlangen- und Eidechsenarten
und der Marsupialfrosch. Der Park liegt an einer Zugvogelroute
und demnach ist die Vogelwelt unglaublich: Curassows, Sittiche,
Falken, Adler, kites, Tukane, Oropendolas, Papageien, Eulen,
bellbirds, manakins, Eichelhäher, caciques, chachalacas
und Spechte. Der Portachela Paß ist der niedrigste Punkt
am Bergrücken und als Treffpunkt für tausende Zugvögel jedes
Jahr besonders geeignet. Es ist der beste Vogelbeobachtungspunkt
im ganzen Park.
Eine biologische Forschungsstation (Estación Biologica
de Rancho Grande) mit einem zoologischen Museum befindet
sich ebenfalls im Park und ist für Besucher geöffnet. Der
Park kann mit dem Bus oder Taxi von Maracay erreicht werden
und ist ein beliebter Ort zum Wandern und Campen. Die Regenzeit
ist von April bis November, die Trockenzeit von Dezember
bis März.
Der Nationalpark liegt sowohl im Bundesdistrikt als auch
im Bundesstaat Miranda. Der Park wurde 1973 gegründet, um
die Wasserreserven der Hauptstadt zu schützen und umfaßt
15.000 ha Küstengebirge. Innerhalb des Nationalparks befinden
sich die Staubecken der Flüsse Macarao und San Pedro.
Die Vegetation in diesem Nationalpark besteht haupsächlich
aus subtropischen und tropischen Feucht- und Nebelwäldern.
Man findet eine große Vielfalt an Orchideen und Baumfarnen.
Aus der Tierwelt können Rehe, Opossums, rote Brüllaffen,
Hasen und Faultiere gefunden werden. Auf gemieteten Pferden
können schöne Ausritte unternommen werden. Man kommt in
den Park über die Straße zwischen Caracas und Los Teques.
Östlich des Nationalparks Henri Pittier liegt der Nationalpark
San Esteban, der eine Fläche von etwa 40.000 ha einnimmt.
Er wurde 1987 gegründet und umfaßt den westlichen Teil der
Küstengebirge, die Küste selbst und die Inseln Rey, Ráton,
Alcatraz, Santo Domingo und Larga. Die Küstenregion ist
durch ihre Trockenwälder charakterisiert, die in tropische
Feucht- und Nebelwälder in den höheren Regionen übergehen.
Die Tierwelt präsentiert sich mit Pumas, Tapiren, Bären,
Rehen, Stinktieren, Ozelots, Papageien, Eulen, Tauben und
vielen verschiedenen Reptilienarten. Schwimmen, tauchen
und Bootstouren sind ebenso beliebt, wie Trekking-Touren
in den Bergen des Parks. San Esteban kann über die Straße
von Puerto Cabello aus erreicht werden.
Südöstlich von Caracas und über die Grenze des Staates
Miranda ist der Guatopo Nationalpark. Der Park umfaßt die
Bergkette zwischen den Städten Santa Teresa del Tuy und
Altagracia de Orituco und hat eine Fläche von 92,640ha.
Der Park ist hauptsächlich von Sumpfwäldern bedeckt, und
von zahlreichen Sümpfen und Flüssen durchzogen. Einige Arten
von Orchideen sind unter der üblichen Regenwaldvegetation
zu finden. Die Tierwelt beinhaltet den Jaguar, Puma, Ozelot,
Tapir, Riesengürteltiere, Opossums, Wasserschweine, Kapuzineraffen,
Brüllaffen, Vipern, Klapperschlangen, Fer-de-lance, Boas
und Korallenschlangen. Als ein Vogelbeobachterparadies zeigt
der Park Adler, Aras, Tukane, Papageien, Falken, Kolibris,
chachalacas, caciques und Eichelhäher. Das Klima variiert
mit der Höhe, die Temperaturen reichen von 14°C bis 22°C.
Der Park bietet gute Wanderwege und Campingmöglichkeiten
und hat eine Straßenverbindung nach Caracas, auf der regelmäßig
Busse verkehren.
Landkarten
der Zentralregion: |
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