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Los
Llanos
Die Llanos (Ebenen) sind eine riesige Savanne, die sich
westlich des Orinokodeltas bis zu den Anden und südlich
bis nach Kolumbien hinein erstrecken. Sie umfassen die Bundesstaaten
Portugesa, Cojedes, Arauca, Barinas, Guárico und Apure und
nehmen mit etwa 300.000 km2 fast ein Drittel des ganzen
venezolanischen Territoriums ein. Sie bestehen sowohl aus
Hoch- als auch aus Tiefebenen, sind hauptsaechlisch mit
von einigen Waldgebieten durchsetztes Grasland und werden
von unzaehligen Flüssen geteilt, die alle ins Orinokobecken
fließen. Die Hochebenen, durchbrochen von Bergen und Plateaus
erstrecken sich westlich der Anden und in die Zentralregion,
die flachen Tiefebenen bedecken die westlichen und südlichen
Regionen des Landes bis hin zum Orinokodelta. Reisebücher
beziehen sich allerdings meistens nur auf die Hochebenen,
wenn sie die Region "Los Llanos" beschreiben. In diesem
riesigen Gebiet gibt es drei Nationalparks: Río Viejo in
den westlichen Llanos in der Nähe der Anden, Aguaro-Guariquito
im Bundesstaat Guarico und Cinaruco-Capanaparo im östlichen
Teil der Llanos. Insgesamt bedecken die drei Nationalparks
eine Fläche von 1.250.000 ha.
Die Llanos sind Landschaft mit einem fantastischen Artenreichtum
in der Tierwelt, was sie zu einem beliebten Reiseziel für
Touristen und wissenschaftliche Exkursionen machen. Etwa
350 Vogel- und über 50 Säugetierarten sind in den Llanos
beheimatet. Man unterscheidet drei verschiedene Landschaftsarten
in den Llanos, die Feuchtgebiete, die Waldgebiete und die
Savannen. In den Feuchtgebieten findet man verschiedene
Reiherarten, Störche, Ibisse, Eisvögel, und Kormorane, Wasserschweine,
Seekühe, Süßwasserdelfine, und Kaimane, Anacondas und Piranhas.
Die Waldgebiete, die sich entlang der Flüsse ziehen, beheimaten
Aras, Webervögel, den Hoatzin, Brüllaffen und Kapuzineraeffchen,
das Ozelot, Leguane, Boas und Mapanare. In den Savannen
findet man unter anderem Habichte, Falken, Bussarde, Adler
und Geier, den Jaguar, Puma, Steppenfuchs, Ameisenbär, und
Vampirfledermäuse.
Die Llanos haben ein sehr extremes Klima. Von Mai bis Dezember
gibt es heftige Niederschlaege, die Luft wird feucht und
stickig, die Flüsse schwellen an und treten über ihre Ufer,
wobei sie oft die gesamte Tiefebene überschwemmen. Im Januar
beginnt die Trockenzeit. Die Feuchtigkeit weicht trockenen
Winden, die Flüsse gehen zurück und das Land ist trocken
und ausgedörrt. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt
bei 27ºC.
Das Leben in dem unwirtlichen, wilden Gebiet der Llanos
unterscheidet sich grundlegend vom Leben in den modernen
venezolanischen Staedten. Das rauhe Land ist nur von wenigen
Menschen bewohnt. Es beherbergt nur etwa 10 Prozent der
venezolanischen Gesamtbevölkerung. Die ersten Siedler kamen
in der Mitte des 16. Jahrhunderts auf der Suche nach El
Dorado, der legendären Goldstadt. Danach kamen die Katholiken
und richteten Missionsstationen ein, die sich später zu
Städten entwickelten. Die Besiedelung der Llanos brachte
einen neuen Menschenschlag hervor, die sogenannten Llaneros,
deren Vorfahren eine Mischung aus indianischem, afrikanischem
und spanischem Blut waren. Während der Unabhängigkeitskriege
hatten die Llaneros einen überdurchschnittlichen Anteil
in den Armeen der Befreier, und ihre Unerschrockenheit und
ihr Mut machte sie zu einem gefürchteten Gegner der Spanier.
Ausflüge in die Llanos werden von vielen lokalen Veranstaltern
angeboten und kosten zwischen 60,- und 150,- US$ pro Tag.
Wegen der Abgeschiedenheit vieler Camps und Farmen sind
fast alle Touren all inclusive, mit Transport, Unterbringung,
Essen, Getränken und Ausflügen mit Geländewagen und Booten.
Einige Tourpakete beinhalten auch Ausritte oder Wildwasserfahrten.
In den Llanos gibt es hervorragende Möglichkeiten für Wassersport
und zum Fotografieren. 3- bis 4-Tagestouren können von Mérida,
San Fernando de Apure, Caracas und anderen touristischen
Städten aus organisiert werden. Einige Veranstalter akzeptieren
keine Kinder unter 12 Jahren. Teile der Llanos können über
geteerte Straßen erreicht werden, andere dagegen nur über
unbefestigte Straßen, die nur mit Geländewagen befahrbar
sind, oder mit dem Flugzeug zu einer der zahlreichen kleinen
Pisten. Man besucht die Llanos besser während der Trockenzeit,
da in der Regrenzeit große Teile überschwemmt sind, und
daher auch weniger Tierleben zu beobachten ist. Wenn man
in die südlicheren Gebiete fahren will, sollte man die Straßen
entlang der kolumbianischen Grenze meiden, da es dort zu
Aktivitäten von kolumbianischen Guerillas kommen kann.
Der robuste Llanero ist ein Symbol der venezolanischen
Folklore. Er repräsentiert die Eigenschaften Mut, Stärke
und Unabhängigkeit. Heute arbeiten die Llaneros auf ihren
Farmen immer noch mit traditionellen Mitteln, und bestreiten
ihren Lebensunterhalt als Rinderzüchter. Sie teilen sich
ihr Land mit Indianern der Yarubi- Guajibo- und Kariñastämme,
und pflegen immer noch die Tradition der "musica llanera"
Ihre Musik, der Joropo, ist Venezuelas Nationaltanz. Zu
Klängen der Cuatro (kleine, 4-saitige Gitarre) und Maracas
(Kürbisrasseln) werden improvisierte Texte gesungen, die
Geschichten aus alten Tagen, von vergangenen Liebschaften
und auch von politischen Ereignissen erzählen.
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| Río Viejo · Aguaro ·
Cinaruco |
In diesem riesigen Gebiet gibt es drei Nationalparks:
Río Viejo in den westlichen Llanos in der Nähe
der Anden, Aguaro-Guariquito im Bundesstaat Guarico und
Cinaruco-Capanaparo im östlichen Teil der Llanos. Insgesamt
bedecken die drei Nationalparks eine Fläche von 1.250.000
ha.
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