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Amazonas

Der wilde Amazonas · Klima · Puerto Ayacucho · Tourismus · Eingebohrene · National Parks  
Landkarte : Amazonas

Mit seiner Fläche von 175,500km² macht der Staat Amazonas mehr als 20% der Gesamtfläche von Venezuela aus. Der Staat erstreckt sich südlich der Mündung des Orinoko und Río Meta und hat im Westen Kolumbien und im Osten Brasilien als Grenze. Mit seinen dichten Regenwäldern, einem Labyrinth an Flüssen und den verstreuten Tafelbergen ist Amazonas eine Gegend mit den verschiedensten Lebensarten und eine der unerforschtesten Regionen der Welt


Wilder Amazonas top

Tropischer Regenwald bedeckt den Großteil der westlichen Niederungen des Amazonas und ist die Heimat für eine Vielfalt an Pflanzen, unter anderem Lianen, Baumfeigen, Bromelias, Baumfarne, Orchideen und Moose. Die dichte Dschungellandschaft wird nur von Sümpfen, Wasserwegen und Tafelbergen (tepuis) unterbrochen. Die isolierten Hochplateaus dieser Tafelberge sind die Heimat vieler seltener einheimischer Pflanzenarten. Der östliche Amazonas wird von den bewaldeten Bergen der Sierra Parima dominiert.

Der höchste Punkt in der Gegend ist der Serranía de la Neblina mit einer Höhe von 3104 m. Die Wasserwege dieser Region sind hauptsächlich Zuflüsse des Orinoko, der von seiner Quelle in den Sierra Parima Bergen an der brasilianischen Grenze aus nach Nordwesten fließt. Am Scheitelpunkt des Orinokobeckens und des Amazonasbeckens liegt der Río Brazo Casiquiare, der einzige Fluß, der beide dieser großen Flüsse speist.

Die üppigen Wälder sind Heimat einer exotischen Tierwelt. Dazu gehören zum Beispiel Säugetiere wie der Manatee, Süßwasserdelphine, Riesenotter, Kapuzineraffen, rote Brüllaffen, Wollaffen, Jaguar, Puma, Ozelot, der Tapir, Hirsche, Wildmeerschweinchen und Gürteltiere. Die Wälder sind aber auch voll von Vogelarten wie Aras, Papageien, Tukane, parakeets, tinamou, contingas und Kolibris. Eine Vielfalt von Reptilien und Amphibien ist ebenfalls in dieser Region zu finden.


Klima top

Im Norden ist von Dezember bis April Trockenzeit und von April bis November Regenzeit. Die Temperatur ist im April mit Spitzenwerten von 24-30°C am höchsten. Weiter südlich ist die Trockenzeit kürzer und weniger ausgeprägt.

Puerto Ayacucho top

Puerto Ayacucho ist die Hauptstadt des Staates. Mit einer Bevölkerung von 74,000 Leuten ist es Heimat von fast 93% der Bevölkerung der Region. Die Stadt, sie liegt 70km südlich der Mündung der Flüsse Orinoko und Meta, hat die einzige Überlandverbindung mit Amazonas und ist der komerzielle Mittelpunkt der Region. Die Hauptstadt wurde gemeinsam mit der Stadt Samariapo 1924 gegründet, um eine Straßenverbindung als Umfahrung der trügerischen Maripure-Stromschnellen im Orinoko zu bieten. Diese Straße, die die Grenze zwischen oberem und unterem Orinoko bildet, war eine essentielle Verbindung für den Transport von Waren flußauf- und abwärts. Die Stadt, isoliert durch eine einzige Staubstraße nach Norden, blieb etwas mehr als nur ein Glied in der Kette. 1980 wurde diese Straße asphaltiert und der Transport vom Fluß auf die Straße verlegt. Diese Tatsache brachte Wohlstand in die Stadt und machte sie zu dem wirtschaftlichen Zentrum, das es heute ist.


Tourismus top

Verstreut um Puerto Ayacucho findet man einige interessante Sehenswürdigkeiten. So zum Beispiel ein Museum, eine Kathedrale und örtliche Märkte, die indianisches Kunsthandwerk aller Art verkaufen. Außerhalb der Stadt, aber leicht zu Fuß erreichbar, finden sich zwei sehr bekannte Tafelberge, der Derro Perico und El Mirador. Beide bieten einen ausgezeichneten und atemberaubenden Panoramablick. Eine kurze por puesto Fahrt entfernt ist der Park Tobogán de la Selva, eine natürliche Wasserrutsche und ein beliebtes Wochenendziel unter Einheimischen. Ebenfalls in der Nähe sind die schönen Wasser von Pozo Azul und die prä-kolumbianischen Petroglyphen - in Stein gemeisselte Bilder - von Cerro Pintado.

Puerto Ayacucho ist auch der beste Platz um Touren in den Amazonas zu organisieren. Unterkünfte sind leicht zu finden und es gibt eine gute Auswahl von Tour-Anbietern, die eine Vielzahl von Ausflügen zu verschiedensten Orten anbieten. Eine der beliebtesten Touren führt zum Cerro Autana, dem heiligen Berg der Piaroa Indianer. Dieser Tafelberg liegt 80km südlich der Hauptstadt und sein Plateau umfaßt eine Fläche von 480ha bei einer Höhe von bis zu 1,400m. Die senkrechten Wände sind gezeichnet von Höhlen und Stollen, von denen der größte durch den ganzen Berg schneidet. Gebucht werden können Ein- bis Zehntagestrips mit allen Arten von Unterkünften, beginnend bei geschützen Hängematten bis hin zu privaten Kabinen mit fließendem Wasser. Zu den üblichen Ausflügen zählen Bootstouren, Trips zu Tafelbergen, Flüge über erstaunliche Landschaften, Wandern, Bergsteigen und Wildwasserraften.

Puerto Ayacucho kann mit dem Bus oder Flugzeug von Caracas, Ciudad Bolivar und San Fernando de Apure aus erreicht werden. Kleinflugzeuge fliegen auch kleinere Niederlassungen der Gegend an. Brasilien kann auf dem Luftweg Luftweg, Kolumbien mit der Fähre nach Casurito erreicht werden.

Touren in den Amazonas werden auch in San Fernando de Atabapo und San Carlos de Río Negro angeboten. Beide Städte können auf dem Luftweg von Puerto Ayacucho aus erreicht werden. Im Nordosten bietet San Juan de Manapíare Unterkünfte und Ausflüge in die umliegende Region. Ausflüge in den oberen Orinoko sind nur mit einer speziellen Erlaubnis möglich, weil das Gebiet ein Teil des geschützten Yanomani Landes ist.


Die Eingeborenen top

Eingeborenenstämme sind über den ganzen Staat verstreut und hier leben mehr verschiedene Gruppen als im Rest von Venezuela. Drei große Stämme, die Yanomani, Piaroa und Guajibo machen mehr als 70% der in dieser Gegend lebenden 40,000 Indianer aus. Bis europäische Forscher im 19. Jahrhundert erstmals in den dichten Dschungel eindrangen, lebten die Stämme genauso wie sie es tausende Jahre getan hatten, in vollkommener Isolation. Plötzlich mit dem Konflikt und den Krankheiten der Außenwelt konfrontiert, kamen viele Indianer im Laufe der Jahre um. Seit dem Anfang dieses Jahrhunderts hat ihre Zahl um 50% abgenommen. Heute leben noch ca. 12,500 Yanomani. Einer der wenigen existierenden neolitischen Stämme, die Yanomani, leben in Gemeinschaften von bis zu 400 Leute zentriert um eine runde Schutzstelle oder Yano und haben die Traditionen und Lebensarten ihrer Vorfahren mehr beibehalten als alle anderen Indianerstämme. Obwohl ihnen 1988 rechtlicher Schutz garantiert wurde und ihre Ländereien 1992 anerkannt wurden, wird die Existenz und ihr Land fortwährend durch illegale Einwanderer und Goldgräber aus Brasilien bedroht.

Nationalparks im Amazonasgebiet top

Yacapana · Duida-Marahuaca · Parima-Tapirapecó · Serranía La Neblina

Die vier Nationalparks im venezolanischen Amazonas (Yapacana, Duida-Marahuaca, Parima-Tapirapecó und Serranía La Neblina) schützen zusammen mehr als 6 Millionen Hektar Land der Region. Alle, mit Ausnahme des Nationalparks Duida-Marahuaca unterliegen Zugangsbeschränkungen und dürfen nur von wissenschaftliche Exkursionen betreten werden.

Yapacana National Park National Parks

Im mittleren Westen des Staates liegt der Nationalpark Yapacana, der Venezuelas höchste Ebene, vielleicht sogar die höchste der Welt, einschließt. Das einzigartige Plateau erhebt sich abrupt von den umliegenden Niederungen auf 1.245 m und weist eine enorme Vielfalt von vom Aussterben bedrohter Fauna und Flora auf.


Duida-Marahuaca National park National Parks

Der Nationalpark Duida-Marahuaca liegt im Zentrum des Staates Amazonas. Der Park ist ein Paradies für Ornithologen, und kann mit dem Boot über die Flüsse Iguapo, Padamo und Cunucunuma erreicht werden. Die nächstgelegenen Landepisten sind in Esmeralda und Comunidad de Culebra.


Parima-Tapirapecó National Park National Parks

Der Nationalpark Parima-Tapirapecó National Park umfaßt den gesamten Südosten des Staates. Mit einer Gesamtfläche von 3.900.000 ha ist er der fünftgrößte Nationalpark der Welt. Fast alle venezolanischen Yanomami-Indianer leben innerhalb seiner Grenzen. Um sie zu schüzten, ist der Zugang nur wissenschaftlichen Expeditionen gestattet. In dem Nationalpark liegt auch die Quelle des Orinoko und die Sierra Parima Berge 


Serranía La Neblina National Park National Parks

Der Nationalpark Serranía La Neblina liegt an der südlichen Spitze des Staates und umfaßt die Bergkette Serranía La Neblina. Die höchste Erhebung der Bergkette ist mit 3040 m der Pico La Neblina, Lateinamerikas größter Berg außerhalb der Anden und der größte Tafelberg der Welt. Der Tafelberg wird von dem Cañon Grande del Río Baría in zwei Teile geteilt, eine der tiefsten Schluchten der Welt. Der Nationalpark bildet zusammen mit Parima-Tapirapecó das Alto-Orinoco-Casiquiare-Reservat.


Landkarte Amazonas Gebiet:
(alle Landkarten sind via Mausklick vergrößerbar und werden in einem neuen Fenster geöffnet, da die Karten ca. 100-150 kb groß sind kann dies einige Zeit dauern.)

 

Bundesstaat Amazonas

 
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